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Guest
Sieh mal an: nach ihrem radiotauglichen Pop-Rock-Debüt sind Phantom Planet plötzlich auf die Idee gekommen, dass man den Fans auch ruhig ein bisschen weh tun kann und schaffen so auf dem selbstbetitelten Zweitwerk eine komplett neue Identität im Garagen-Noise-Rock-Bereich.
Wo auf dem Debüt The Guest noch überpolierter Teuer-Studio-Sound herrschte, da wird hier der fehlende Biss von einst durch eine extrem harsche Produktion überkompensiert. Die Sounds von Gitarre und Bass kommen wie von einer rostigen Kreissäge inspiriert daher, das Schlagzeug rumpelt verwaschen und verhallt weit im Vordergrund. Und die Songs? Da die Kalifornier diesmal zum Aufnehmen an die Ostküste geflohen sind, haben sich die Einflüsse der üblichen Verdächtigen aus New York breit gemacht, und die Herkunft von Phantom Planet macht sich in Form von kalifornischem Ska-Punk bemerkbar ("Badd Business"). Aber nackte Noise-Attacken wie bei "You're Not Welcome Here" kennt man von Amerika so nicht, hier zu Lande am ehesten noch von frühen Scumbucket-Scheiben oder von den Walisern McLusky. Nun die gute Nachricht für die Fans der ersten Stunde und Scheibe: Da sind immer noch die Killermelodien, Alex Greenwald kann nach wie vor hervorragend singen, und Stücke wie "Knowitall" hätten anders produziert auch ihren Platz auf The Guest finden können.
Ob der harsche Schnitt nun künstlerisch oder kommerziell inspiriert ist, mag dahingestellt sein, diese wesentlich härtere Version von Phantom Planet verspricht auf jeden Fall eine höhere Halbwertzeit und macht das Warten auf das nächste Album zum spannenden Ratespiel: Wonach werden sie wohl diesmal klingen? --Deborah Denzer