Information provided by Amazon.de
Zweifellos haftet Jack Johnson das Image eines Gutmenschen an. Dieser Eindruck wird durch das ostentative Statement auf der Rückseite seines neuen Albums Sleep Through The Static nicht gerade relativiert: Recorded with 100% solar energy. Diese Songs bringen also weder den Lebensraum von Eisbären zum Schmelzen, noch belasten sie die Lungen von Schulkindern mit Feinstaub. Im Inneren des Booklet kann man sogar bestaunen, wie Johnson auf dem Studiodach auf einen Sonnenkollektor zu surfen scheint, -der Einzug der Photovoltaik in die kalifornische Musikszene, yeah! Tatsächlich aber scheint Songwriter Jack Johnson mit Hybridtechnik zu arbeiten, denn aus der Kraft der Sonne schöpft er dasselbe Maß an Inspiration und Energie, wie bisher aus den Wellen. Zweifellos ist ihm mit Sleep Through The Static eines seiner besten Alben gelungen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist es etwas rhythmusbetonter, um nicht zu sagen rockiger, doch wäre das fast schon ein wenig zu viel gesagt, denn Jack Johnson ist nach wie vor ein Mann der leisen, fast intimen Töne. Als Paradebeispiel hierfür mag der Song If I Had Eyes dienen, der die Gliedmaßen zum Zucken bringt und dennoch vorwiegend mit der Besetzung eines akustischen Kammerensembles auskommt. Ohne weiteres könnten die Jungs hierzulande in einer Neubauwohnung bei einer Party aufspielen, ohne damit die Nachbarschaft zu verärgern. Und der gekonnte Beach Boy Chorus in besagtem Song dürfte selbst die Oma eine Treppe tiefer dazu bewegen, ihr Hörgerät lauter zu stellen und mit zu wippen. In dieselbe Kategorie fallen Stücke wie What You Thought You Need und Sleep Through The Static. Der Song Hope wartet sogar mit einem leichten Reggae-Feeling auf. Was die Balladen anbetrifft, beherrscht Jack Johnson die erstaunliche Fähigkeit, bei aller Besinnlichkeit niemals melancholisch zu klingen. Was zuweilen gerne mit Oberflächlichkeit verwechselt wird, ist in Wirklichkeit die musikalische Gabe, Tiefen des Lebens auch auf seiner Sonnenseite auszuloten. Gelungenstes Beispiel hierfür ist der kleine aber feine Song While We Wait. Jack Johnsons Album Sleep Through The Static, beinhaltet 14 Songs, die gänzlich ohne musikalische Tragik auskommen und dennoch durch inhaltlichen Tiefgang glänzen. Natürlich perfekt arrangiert und vorgetragen, wie man es von ihm und seinen Mitmusikern nicht anders gewohnt ist. Andreas Schultz
ON AND ON
In Between Dreams
ANTONY & THE JOHNSONS
Dieser CD-Doppelpack enthält sämtliche 41 Aufnahmen von Johnson inklusive 12 Alternativ-Takes, jede davon ein Klassiker. 1990 sorgte dieses Set bei seinem Erscheinen für Aufregung, als es über 500.000 Stück verkaufte und mit vertraglicher Unterstützung von Eric Clapton und Keith Richards vielen Rockfans den Delta-Blues nahebrachte. Erstaunlicherweise beruht der enorme Ruhm Johnsons auf nur zwei starken Aufnahmesessions. Die erste davon brachte im November 1936 u.a. "I Believe I'll Dust My Broom", "Sweet Home Chicago", "Cross Roads Blues" und "Walkin' Blues" hervor. So wurde sie möglicherweise die einflußreichste Aufnahmesession der Bluesgeschichte. --Marc Greilsamer
Fans von Willy Porter, Ben Harper und G. Love wird Jack Johnsons sympathischer Pop mit Folk- und Blueseinflüssen sicher interessieren. Der auf der Hawaii-Insel Oahu geborene Johnson, Absolvent einer Filmakademie und ehemaliger Profisurfer, hat ein Talent für akustische Balladen, unter deren entspannter Oberfläche sich unaufdringliche, aber starke Aussagen verbergen. "It seems to me that 'maybe' pretty much always means 'no'", singt er auf "Flake", einem Titel, auf dem Johnsons Freund Ben Harper Slidegitarre spielt.
J.P. Plunier, der auch für Harpers Aufnahmen zuständig ist, hat dafür gesorgt, dass die Produktion sparsam und nie überladen wirkt: Im Vordergrund steht -- neben Akustikgitarre und Schlagzeug -- Johnsons unverkrampfter Gesang, der an G. Love (zu dessen Album Philadelphonic Johnson den Song "Rodeo Clowns" beisteuerte) ebenso erinnert wie an Nick Drake und Willy Porter. Und wenn Johnson an der Gitarre auch nicht brilliert wie Letzterer, so sind diese Songs doch mit ihrer ruhigen Schönheit und andeutungsvollen Tiefe wunderbar anzuhören. --Bill Forman
Es kommt selten vor, dass ein Album schon am Jahresanfang fast einhellig als eines der besten des Jahres gefeiert wird, doch der zweite Longplayer von Antony and the Johnsons ist so sensationell schön, dass man einfach zu diesem Urteil kommen muss. Wie sein Freund und Kollege Devendra Banhart ist Antony ein hoch begabter Singer/Songwriter mit einer Vorliebe für dramatische Kunstlieder. Antony klingt so außergewöhnlich und entrückt, dass er auf viele geradezu überirdisch wirken wird. Sein Gesangsstil ist der eines bluesigen Opernsängers und seine Stimme, die ein bald maskulines, bald feminines Timbre hat, lässt sich höchstens grob mit der von Nina Simone vergleichen. Die ehrlichen Texte, die von tiefem Schmerz und widersprüchlichen Sehnsüchten erzählen, sind voller nüchterner Poesie und subtilem Humor. Unterstützt von einer vielseitigen Band, die oft mehr von einem Kammerorchester hat als von einem Rockact, liefert Antony mit I Am a Bird Now ein visionäres Album ab. Ganz nebenbei: Rufus Wainwright, Devendra, Lou Reed und Boy George sind mit von der Partie. --Mike McGonigal
Jack Johnson scheint zu Menschen zu gehören, die stets nur das tun, woran sie Spaß haben. Eine sehr bewusste Einstellung, die sich in seiner Musik ausdrückt. Entspannt, gefühlvoll und bescheiden kommt auch sein neues Album Sing-A-Longs and Lullabies daher: ein musikalisches Kleinod.
Sing-A-Longs and Lullabies ist ein Album wie eine Muschel an den Stränden der Surfparadiese von Wellenreiter und Musiker Jack Johnson: Eine von vielen, die erst bei näherer Betrachtung immer schöner und schöner wird. Eine, die man fasziniert ans Ohr hält, um erstaunliche Klänge zu hören, bis man sich schließlich gar nicht mehr von ihr trennen mag. Unprätentiös sind auch die Stücke auf diesem Album, die nicht mehr sein wollen, als sie tatsächlich sind: Gute Songs, die außerhalb eines Tonstudios gespielt nicht viel anders klingen würden - natürlich mit Musikern, die ihr Handwerk verstehen. Wieder einmal erweist sich die bewährte Kombo, bestehend aus Zach Gill (Vocals und Piano), Merlo Podlewski (Bass) und Adam Topol (Drums) als erste Wahl.
Nicht das Beach-Life ist diesmal der musikalische Ausgangspunkt für diese CD, sondern ein Zeichentrickfilm, der dem Album den vollständigen Namen gab: Sing-A-Longs and Lullabies for the Film Curious George. Hauptfigur Curious George, einem stummen Äffchen eine musikalisch Stimme zu verleihen, -vor diese Aufgabe sah sich Johnson gestellt, noch dazu als frisch gebackener Vater. Gesagt, getan, dachte er sich und machte sich mit prominenter Unterstützung ans Werk. 3 Kollaborations-Stücke mit Ben Harper, G Love und Matt Costa, sowie 9 neue Songs sind das Resultat eines Albums, das es mit dem Vorgängeralbum In Between Dreams ohne Weiters aufnehmen kann. Die gängigen Soundtrack-Klippen bombastischer Streicher und nebulösem Gewabere, hat Johnson konsequent umschifft und sich stattdessen auf das konzentriert, was er am Besten kann. Eines der Highlights ist die Cover-Version des White-Stripes-Hits "We Are Going To Be Friends". Last but not at least: Erwähnenswert ist auch das gelungene Booklet, das neben den Texten Zeichnungen des Filmes enthält. Ob Zeichenstift oder Gitarre; -erstaunlich, was mit einfachen Mitteln möglich ist, wenn man sein Handwerk versteht. Andreas Schultz