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Diese holländische Combo, die in ihrem Heimatland längst absoluten Superstar-Status erreicht hat, hat eine wirklich interessante Metamorphose durchlaufen. Auf ihrem Erstlingswerk Always gingen sie noch glatt als müder Paradise Lost-Abklatsch mit gegrunzten Vocals durch. Auf der zweiten Langrille Almost A Dance schienen sie indes auf einmal Faith No More für sich entdeckt zu haben. Ihren eigenen Stil fanden sie erst, nachdem Ausnahemsängerin Anneke van Giersbergen zu ihnen stieß. Von diesem Moment an konnten die Tulpenländler ihre lange gehegten musikalischen Visionen umsetzen, da sie hinter dem Mikro endlich jemanden hatten, der in der Lage war, die vorgegebenen Ideen umzusetzen.
Das vierte Langeisen Nighttime Birds dokumentiert den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung. Knapp eine Stunde lang zelebrieren The Gathering traumhaft schönen Gothic-Rock mit metallischen Anleihen und sphärischen Keyboardteppichen. Und über allem thront der großartige Gesang von Fräulein van Giersbergen, die mit ihrer Stimme große Gefühle wie Verletzlichkeit, Kraft, Melancholie oder auch Aggression perfekt umsetzt. Bei aller musikalischer Klasse: Ohne van Giersbergens Organ wären Songs im Stile von "Confusion", "Kevin´s Telescope" oder "The May Song" nur die Hälfte wert. --Frank Albrecht
Nach längerer Pause und einigen tiefgreifenden persönlichen Veränderungen meldet sich Hollands beste Rock-Band mit einem intensiven, alles andere als stromlinienförmigen Album zurück.
Drei Jahre hat man sich für den Souvenirs-Nachfolger Zeit gelassen. Drei Jahre, in denen Sängerin Anneke van Giersbergen Mutter wurde und die Brüder Hans (Drums) und René Rutten (Gitarre) ihren Vater und Mentor Henk Rutten verloren. Diese extremen Erfahrungen prägen Home nachhaltig. Vom Gothic Metal der Anfangstage hat man sich endgültig komplett verabschiedet, es dominieren groovige, vielschichtige Ambient-Vibes mit vielen schönen, sphärischen Soundscapes, aber auch verstörenden, düsteren Alptraum-Szenarien. In die Beine gehende Beats à la Portishead treffen auf experimentelle Rock-Formate mit Radiohead-Einschlag, federleichte Klangwohltaten der Pink-Floyd-Schule und teils glasklar-ätherischen, teils an kratzigere Chanteusen wie Tori Amos erinnernden Gesang. Atmosphäre geht hier vor Radio-Tauglichkeit, sprich man braucht einige Durchläufe, bevor sich Home in seiner ganzen Pracht entfaltet. -- Michael Rensen
Mutig, mutig! Anstatt nach dem durchschlagenden Erfolg ihres '97er Albums Nighttime Birds auf Nummer Sicher zu gehen und die Spitzenposition im Gothic-Rock-Sektor mit einer weiteren Hitplatte zu verteidigen, fangen The Gathering auf How To Measure A Planet? ('98) an zu experimentieren. Streckenweise klingen die HolländerInnen sphärisch, fast schon elegisch, dann wieder extrem trocken, straight und ruhig. Letzteres überrascht am meisten, denn von den Metal-Roots ist nicht mehr viel übrig geblieben. Eher schon erinnert man an Pink Floyd, versteht Spannungsbögen auch über längere Distanz fast genauso meisterhaft zu spannen, wie die großen Vorbilder in ihren besten Jahren. Dazu kommt noch ein äußerst transparenter Gesamtsound, in dem immer genügend Platz ist für abgefahrene Klänge und wunderbar harmonische, verträumte Passagen. Ob's unbedingt gleich 'ne Doppel-CD mit solchem Material sein muss, sei mal dahingestellt, eine über jeden Zweifel erhabene Zauberkomposition wie "Liberty Bell" sollte man aber auf jeden Fall gehört haben. --Michael Rensen
Nach längerer Pause und einigen tiefgreifenden persönlichen Veränderungen meldet sich Hollands beste Rock-Band mit einem intensiven, alles andere als stromlinienförmigen Album zurück.
Drei Jahre hat man sich für den Souvenirs-Nachfolger Zeit gelassen. Drei Jahre, in denen Sängerin Anneke van Giersbergen Mutter wurde und die Brüder Hans (Drums) und René Rutten (Gitarre) ihren Vater und Mentor Henk Rutten verloren. Diese extremen Erfahrungen prägen Home nachhaltig. Vom Gothic Metal der Anfangstage hat man sich endgültig komplett verabschiedet, es dominieren groovige, vielschichtige Ambient-Vibes mit vielen schönen, sphärischen Soundscapes, aber auch verstörenden, düsteren Alptraum-Szenarien. In die Beine gehende Beats à la Portishead treffen auf experimentelle Rock-Formate mit Radiohead-Einschlag, federleichte Klangwohltaten der Pink-Floyd-Schule und teils glasklar-ätherischen, teils an kratzigere Chanteusen wie Tori Amos erinnernden Gesang. Atmosphäre geht hier vor Radio-Tauglichkeit, sprich man braucht einige Durchläufe, bevor sich Home in seiner ganzen Pracht entfaltet. -- Michael Rensen
Diese holländische Combo, die in ihrem Heimatland längst absoluten Superstar-Status erreicht hat, hat eine wirklich interessante Metamorphose durchlaufen. Auf ihrem Erstlingswerk Always gingen sie noch glatt als müder Paradise Lost-Abklatsch mit gegrunzten Vocals durch. Auf der zweiten Langrille Almost A Dance schienen sie indes auf einmal Faith No More für sich entdeckt zu haben. Ihren eigenen Stil fanden sie erst, nachdem Ausnahemsängerin Anneke van Giersbergen zu ihnen stieß. Von diesem Moment an konnten die Tulpenländler ihre lange gehegten musikalischen Visionen umsetzen, da sie hinter dem Mikro endlich jemanden hatten, der in der Lage war, die vorgegebenen Ideen umzusetzen.
Das vierte Langeisen Nighttime Birds dokumentiert den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung. Knapp eine Stunde lang zelebrieren The Gathering traumhaft schönen Gothic-Rock mit metallischen Anleihen und sphärischen Keyboardteppichen. Und über allem thront der großartige Gesang von Fräulein van Giersbergen, die mit ihrer Stimme große Gefühle wie Verletzlichkeit, Kraft, Melancholie oder auch Aggression perfekt umsetzt. Bei aller musikalischer Klasse: Ohne van Giersbergens Organ wären Songs im Stile von "Confusion", "Kevin´s Telescope" oder "The May Song" nur die Hälfte wert. --Frank Albrecht
The Gathering sind auf If_Then_Else ihrer experimentellen Ader grundsätzlich treu geblieben, auch wenn die Truppe um Ausnahmesängerin Anneke Van Giersbergen wieder etwas härter zu Werke geht, was Stücke wie die erste Singleauskopplung "Rollercoaster" oder das darauf folgende "Shot To Pieces" deutlich zeigen. Dem gegenüber stehen natürlich wieder herrlich stimmige Tracks wie zum Beispiel das göttliche "Amity" oder die wunderschöne Ballade "Morphia's Waltz", die ordentlich unter die Haut gehen und keinen Zuhörer kalt lassen dürften. The Gathering gehen unbeirrt ihren Weg und es sollte mit dem Teufel zugehen, wenn das Quintett nicht schon bald zu den ganz Großen im Rockgenre aufschließen könnte.
Anyway, die Band hat mit If_Then_Else einen Zwitter aus dem melancholisch, rockigen Nighttime Birds und dem sphärisch angehauchten How To Measure A Planet? nachgelegt, der alle Fans der Holländer zufriedenstellen dürfte. --Armin Schäfer
Downfall - The Early Years ist keine Best-Of-Scheibe, die die ersten Platten der holländischen Chartstürmer zusammenfasst, sondern eine aufgepeppte Neuauflage der ganz frühen Veröffentlichungen, sprich der ersten beiden Demos Moonlight Archer und An Imaginary Symphony.
Vor dem 92er-Debütalbum Always... klangen die Niederländer noch deutlich anders als zu Zeiten von Anneke van Giersbergen. Am Mikro dominierte eindeutig Sänger Bart Smits, der fette Death-Growls herausdonnerte, während seine Kollegin Marieke de Groot nur für die Backings zuständig war. Musikalisch hielt man sich an leicht verdaulichen Death Metal mit düsteren Gitarren und romantisch-melancholischen Keyboards.
The Gathering waren später zweifelsohne besser, doch schon auf diesen frühen Aufnahmen spürt man viel von der Magie, die die Band bis heute auszeichnet. Abgerundet wird die proppenvolle Scheibe von zwei extrem raren Singletracks und einer Bonus-Video-CD mit einem kompletten Konzert aus dem Jahre 1991. Für Fans mit Sicherheit ein gefundenes Fressen. --Michael Rensen