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Die meisten, die da dem Horror-Rock huldigen, waten nur so in Blut und Eingeweiden, Queen Adreenas Taxidermy wirft hingegen einen Blick zurück auf die feine deutsche Art des 'Gothic Terrors' des teutonisch-impressionistischen Kinos: Nosferatu und Das Gruselkabinett des Doktor Caligari. Hier wird nicht mit blutrünstigen Gruseleffekten Angst und Schrecken verbreitet, hier greift einem bei Einbruch der Dunkelheit langsam dieses schleichende, beklemmende Angstgefühl an die Kehle. Zugegeben: Manchmal trampeln Queen Adreenas hämmernde Gitarren tolpatschig quer die Geschichten voll schwarzer Magie wie bei "Friday's Child" oder "Cold Fish". Typisch zu sehen, wie die beiden Schlüsselfiguren Katrina Kane Garside und Crispin Gray noch an die überdrehten Punker-Faxen aus ihrer Daisy Chainsaw Zeit gewöhnt sind, aber Queen Adreenas Suche nach dem Okkulten ist so unerbittlich, dass Taxidermy immer noch eine grimmige Faszination ausübt. Achten Sie auch einmal auf den kurzen Film auf der beiliegenden CD-ROM, in dem Garside durch den Text "I'm in love with Jesus / I only fuck God" fegt wie eine gotteslästerliche Polly Harvey, die in einem Berliner Kabarett auftritt. --Louis Pattison
Queen Adreena wurde wegen ihres frenetischen Art-Rocks bereits mit den besten Stücken von Jane's Addiction verglichen, und ihre Sängerin Katie Jane Garside als "Kate Bush on crack" beschrieben. Sie sind als eine der aufregendsten britischen Bands seit Jahren gelobt worden. Und Drink Me -- der von Lewis Carroll inspirierte Titel deutet Fremdartiges und Gefahr an -- ist tatsächlich ein turbulentes und aufregendes Werk. Mit Garside und dem Gitarristen Crispin Gray als frühere Mitglieder von Daisy Chainsaw erwartet man eigentlich Popmusik der verrücktesten Sorte. Aber Drink Me geht weit über die affektiert gespielten Wahnsinnsauftritte von Stücken wie "Love Your Money" hinaus.
Garside reißt hier wirklich die Kohlen aus dem Feuer. Wie eine Nina Hagen des 21. Jahrhunderts gleitet ihre Stimme zwischen Erleuchtung und Verlorenheit. Bei "Kitty Collar Tight" erleben wir, wie sie rhythmisch daherrast wie Mark E. Smith. Das Abschlussstück "For I Am The Way" bringt sie so klar und unscheinbar herüber wie Stina Nordenstam, während sie bei "Razorblade Sky" sexuell gerissen und dann plötzlich übermächtig auftritt wie Cerys Matthews von Catatonia. Und sie flippt aus -- Gott, ach Gott, wie flippt sie aus! Aber ganz gleich, ob Garside wild auf und ab wirbelt, die Band begleitet sie ausdrucksstark und mit Fantasie. Manchmal sind sie auch ganz damit zufrieden, pulsierende Rhythmen zu liefern oder düster-gelassene Atmosphäre zu schaffen, aber noch häufiger produzieren sie einen höllischen Grunge-Metal-Lärm. Drink Me ist anspruchsvoll und leidenschaftlich, ein Verwirrung stiftendes Vergnügen. --Dominic Wills