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Die Zahl der weißen US-Rapper hält sich in sehr übersichtlichen Grenzen und bei den weiblichen MCs befindet sich ihr Anteil zur farbigen Konkurrenz irgendwo im Promillebereich: Concetta Kirshner aka Princess Superstar steht also recht konkurrenzlos da. Der Blondie-Fan mit langen blonden Haaren hat eine Mutter mit sizilianischen Wurzeln und einen Vater von russisch-polnisch-jüdischer Abstammung. Zu Hause lief Soul und die Musik von Miles Davis, den Beatles oder Led Zeppelin. Als Kind zog Kirshner von New York über Pennsylvania nach Philadelphia, um als 17-Jährige wieder in Manhatten zu landen. Als sie zum ersten Mal Kurtis Blow hört, wird sie süchtig nach HipHop, ohne die Faszination an anderen Stilen zu verlieren. Zwischen 1996 und 2000 veröffentlicht die selbst ernannte Princess Superstar mit Strictly Platinum, CEO und Last Of The Great 20th Century Composers drei Alben, deren kommerzieller Erfolg trotz exzellenter Kritiken nur mäßig ausfällt.
Kirshner, die live mit Band auftritt und zwei Labels gründete, schreibt und produziert ihre Songs überwiegend alleine. Da sie sich dem alternative Rock und Punk genauso verbunden fühlt wie Rap, passt sie insbesondere auf der Bühne so gar nicht in irgendeine HipHop-Schule. Auch ihr viertes Album, das gleichzeitig erste, das nicht nur als Import erhältlich ist, oszilliert zwischen mehreren Stilen. TripHop-Beats tauchen auf, viel Soul sowieso, bizarre Sounds ertönen und doch lässt Kirshner nie ab von eleganten Melodien. Dazu ist sie eine große, ladylike Poserin, die mal humorvolle, mal sehr schlüpfrige Texte singt, ohne sich vulgär wie beispielsweise Lil' Kim aufzuführen. Da passt der Gastauftritt von High & Mighty, die mit den Smut Peddlers ja ein lustiges Sex-Projekt betreiben, genauso wie der von Weirdo Kool Keith. Außerdem sind noch Beth Orton, 7Even und Bahamadia auf einem Album zu hören, das zwischen allen Stühlen sitzt ohne durchzufallen. --Sven Niechziol