Norah Jones : Releases >>

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Come Away With Me  >>

Es liegt nicht nur an dem Timbre in ihrer Stimme, dass Norah Jones reifer erscheint als ihre 22 Jahre es vermuten lassen. Ihre sichere Phrasierung und ihr präzises Gespür für das Timing sind sonst ebenfalls eher bei älteren Sängerinnen zu finden. Sie ist sofort unverkennbar, sie verbindet Anlehnungen an Billie Holiday und Nina Simone, klingt aber letztlich nur nach sich selbst. Ganz gleich, wie man es betrachtet, sie ist eine Sängerin, mit der zu rechnen sein wird.

Allein schon für ihre Darbietung des Hank-Williams-Klassikers "Cold Cold Heart" und Hoagy Carmichaels "The Nearness Of You" lohnt sich der Preis dieser CD. Ihre eigenen Stücke verblassen ein wenig im direkten Vergleich zu solchen Meisterwerken. Sie und ihr Produzent Arif Mardin hätten sich besser für einige lebendigere Arrangements entschieden und die brillanten Begleitmusiker Bill Frisell, Kevin Breit und Brian Blade entsprechend eingesetzt. Es wäre auch hilfreich gewesen, wenn die Melodien nicht ganz so gleichgültig interpretiert worden wären. Jones hat alle Mittel zu ihrer Verfügung: Mit ein wenig mehr Erfahrung und nach intensivem Anhören von Künstlern wie J. J. Cale und Shirley Horn, wird sie das Talent entwickeln, gedämpft zu bleiben, ohne schläfrig zu wirken. Manchmal ist weniger also doch nicht mehr. --Michael Ross

Feels Like Home  >>

Tja, das war ein Einstand, der sich gewaschen hatte: Über 16 Millionen Mal ging das Debütalbum von Norah Jones Come Away With Me über die Ladentheken, sie sammelte rund 80 Platin-Auszeichnungen ein und -- sozusagen als Krönung der jungen Musik-Königin -- überhäufte die amerikanische Schallplattenindustrie die Künstlerin und ihr Erstlingswerk mit insgesamt acht (!) Grammys. Die Welt erlebte die Geburt eines Weltstars -- einer Musikerin, die mit auffallend leisen, akustischen, stilistisch kaum einzuordnenden Klängen höchst erfolgreich gegen den Trend-Strom anschwamm. Was kann da noch kommen? Antwort: Feels Like Home, ihr zweites Album.

Feels Like Home ist mehr als nur eine Fortsetzung ihrer mit Come Away With Me begonnen künstlerischen Reise; mehr, als eine kreative Bestätigung ihres großen Talents; mehr als eine CD ohne einen einzigen Durchhänger. Feels Like Home ist auch das Reifezeugnis einer scheinbar unbeirrbar gefestigten Musikerin. Denn genau wie ihr Erstlingswerk wird auch dieses zweite, wieder von Arif Mardin produzierte Album zuvorderst von einer faszinierend lässigen, relaxten Atmosphäre geprägt. So hat man beim Durchhören der CD sogar den Eindruck, dass die New Yorkerin im Vergleich zum Debüt noch einen Gang zurück schaltet: Wie kaum eine andere lässt sie die Songs atmen und sich entwickeln, lässt sie Pausen und ganz, ganz ruhige Momente zu, und schafft dadurch Spannungsbögen, die den Hörer mit sanfter Gewalt zu fesseln vermögen. Keine Frage: eine Meisterleistung!

Stilistisch ist die rehäugige Schönheit mit den dunklen Barbie-Locken genauso wenig einzuordnen wie bei ihrem Debüt: Steht bei den Titeln das Klavier oder E-Piano (ein knurrendes Fender Rhodes!) im Vordergrund, überwiegen jazzige Elemente. Spielt in Songs wie "Humble Me" oder "The Long Way Home" die Akustik-Gitarre die erste Geige, sind es auch mal reinrassige Folk-Songs. Ein Schuss Country muss natürlich auch wieder sein: "Creepin' In" heißt der Bluegrass-Feger (mit Abstand der schnellste Song der CD), bei dem sich Norah Jones mit hörbarem Spaß das Mikro mit Country-Queen Dolly Parton teilt.

Trotz der vielen stilistischen Ausritte lässt sich ein gemeinsamen Nenner ausmachen: der Blues. Aus zwei Gründen: Zum einen wegen der latent melancholischen Note in den Kompositionen, zum anderen wegen Norah Jones' bluesig-angerauhter Stimme. So erinnert sie in Timbre, Feeling und Ausdruck an eine sanftere Ausgabe einer Janis Joplin. Beste Beispiele hierfür sind "In The Morning" und "Be Here To Love Me". Hätte die wilde Janis damals nicht flaschenweise Jack Daniels konsumiert und stattdessen nur ab und zu an einem Bud genippt, hätte sie -- wer weiß -- wohl so ähnlich geklungen. Gewiss aber länger gelebt. --Gunther Matejka

Not Too Late  >>

Norah Jones vermischt weiterhin Pop, Soul, Folk und Country, gewürzt mit einem Schuss Jazz. Ihr drittes Album beim Label Blue Note ist das erste, für das sie alle Songs (mit)geschrieben hat. Unter einer glatten Oberfläche verbergen sich hier ernste Themen: Der Opener "Wish I Could" handelt von einem im Krieg gefallenen Freund, "The Sun Doesn't Like You" erinnert subtil an unser aller Sterblichkeit und "My Dear Country" drückt Entsetzen über den Ausgang der letzten US-Präsidentschaftswahl aus. Letzterer Song scheint von Brecht und Weill inspiriert, während der nicht weniger düstere Text von "Sinkin' Soon" mit einem nonchalanten Südstaaten-Ragtime kombiniert wird. Norah Jones' warmer, melodischer Gesang zeichnet sich nach wie vor durch charmantes Understatement aus. Das soulige "Thinking about You", das countryangehauchte "Wake Me Up" und das synkopierte "Be My Somebody" entsprechen dem sympathischen Stil der bisherigen Alben. So viele Stücke mittleren Tempos wirken zwar auf Dauer etwas schläfrig, doch Norah Jones' Stimme ist in jedem einzelnen unwiderstehlich. --Don McLeese

Come Away With Me  >>

Here We Go Again  >>

Come Away With Me  >>

Es liegt nicht nur an dem Timbre in ihrer Stimme, dass Norah Jones reifer erscheint als ihre 22 Jahre es vermuten lassen. Ihre sichere Phrasierung und ihr präzises Gespür für das Timing sind sonst ebenfalls eher bei älteren Sängerinnen zu finden. Sie ist sofort unverkennbar, sie verbindet Anlehnungen an Billie Holiday und Nina Simone, klingt aber letztlich nur nach sich selbst. Ganz gleich, wie man es betrachtet, sie ist eine Sängerin, mit der zu rechnen sein wird.

Allein schon für ihre Darbietung des Hank-Williams-Klassikers "Cold Cold Heart" und Hoagy Carmichaels "The Nearness Of You" lohnt sich der Preis dieser CD. Ihre eigenen Stücke verblassen ein wenig im direkten Vergleich zu solchen Meisterwerken. Sie und ihr Produzent Arif Mardin hätten sich besser für einige lebendigere Arrangements entschieden und die brillanten Begleitmusiker Bill Frisell, Kevin Breit und Brian Blade entsprechend eingesetzt. Es wäre auch hilfreich gewesen, wenn die Melodien nicht ganz so gleichgültig interpretiert worden wären. Jones hat alle Mittel zu ihrer Verfügung: Mit ein wenig mehr Erfahrung und nach intensivem Anhören von Künstlern wie J. J. Cale und Shirley Horn, wird sie das Talent entwickeln, gedämpft zu bleiben, ohne schläfrig zu wirken. Manchmal ist weniger also doch nicht mehr. --Michael Ross

New York City  >>

Die talentierte Norah Jones kam nach New York und wurde auf spektakuläre Weise mit einem Multiplatin-Album berühmt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass jetzt Aufnahmen, die sie vor diesem Erfolg gemacht hat, zum Vorschein kommen. Wie diese CD mit dem Songschreiber und Gitarristen Peter Malick. Malick nahm diese Melodien mit Jones im Jahr 2000 auf. Beteiligt waren vier weitere Sängerinnen (Jess Klein, Kirsten Proffit, Antje Duvekot und Malicks Tochter Mercy).

Stilistisch ist Malicks Musik eine radiofreundliche Mischung von Blues, Country und Pop, mit einem Touch Jazz, die gleiche Art von Musik, die Norah Jones später auf Come Away With Me präsentierte. Es geht im Wesentlichen um Liebe, Sehnsucht und das Leben in einer Großstadt. Außer dem langsamen Bluesstück "All Of Your Love" und dem von der Orgel angetriebenen flotten Rocker "Deceptively Yours" handelt es sich bei dem Rest um gitarrenbasierte Stücke im Mid-Tempo-Bereich. Und Norah Jones klingt bei dem quirligen "Strange Transmissions" und dem an Nashville erinnernden "Heart Of Mine" schon genau so gut wie heute. Mr. Malick verdient unsere Anerkennung, dass er zur rechten Zeit am richtigen Ort und im richtigen Studio war. --Eugene Holley, Jr.

Not Too Late (Limited Deluxe Edition CD + DVD)  >>

Norah Jones vermischt weiterhin Pop, Soul, Folk und Country, gewürzt mit einem Schuss Jazz. Ihr drittes Album beim Label Blue Note ist das erste, für das sie alle Songs (mit)geschrieben hat. Unter einer glatten Oberfläche verbergen sich hier ernste Themen: Der Opener "Wish I Could" handelt von einem im Krieg gefallenen Freund, "The Sun Doesn't Like You" erinnert subtil an unser aller Sterblichkeit und "My Dear Country" drückt Entsetzen über den Ausgang der letzten US-Präsidentschaftswahl aus. Letzterer Song scheint von Brecht und Weill inspiriert, während der nicht weniger düstere Text von "Sinkin' Soon" mit einem nonchalanten Südstaaten-Ragtime kombiniert wird. Norah Jones' warmer, melodischer Gesang zeichnet sich nach wie vor durch charmantes Understatement aus. Das soulige "Thinking about You", das countryangehauchte "Wake Me Up" und das synkopierte "Be My Somebody" entsprechen dem sympathischen Stil der bisherigen Alben. So viele Stücke mittleren Tempos wirken zwar auf Dauer etwas schläfrig, doch Norah Jones' Stimme ist in jedem einzelnen unwiderstehlich. --Don McLeese

Thinking About You  >>

Free Country  >>

Dass eine Plattenfirma der anderen dankt, ist selten: "Danke, blue note, dass Norah Jones auf Free Country singen durfte", prangt in fetten Lettern auf dem Hochglanzpressetext zu Joel Harrisons Album. Zugegeben -- die mit acht Grammys gekürte Sängerin und Pianistin Norah Jones macht auf Free Country wieder einen guten Job --, zumal ihr die elegante Mixtur aus Country, Singer/Songwriter und Jazz, gelegentlich garniert mit dezenten Samples, gut liegt (allerdings gefällt mir persönlich Holly-Coles-Version vom "Tennesse Waltz" noch besser, aber das nur am Rande).

Aber es geht hier in erster Linie um den Gitarristen Joel Harrison. Und der zeigt hier sowohl sein spielerisches Können als auch seine ausgezeichneten Ideen als Arrangeur. Harrisons Bearbeitungen traditioneller amerikanischer Songs von Woody Guthrie (große Klasse: "This Land Is Your Land") bis Johnny Cash (rockig: "Folsom Prison Blues") sind originell und abwechslungsreich und lassen trotzdem eine eindeutige Handschrift erkennen. Im Zusammenspiel mit David Binney am Saxofon, Uri Caine, Piano, Tin Hat Trio-Mitglied Rob Burger am Akkordeon, Geiger Rob Thomas (String Trio of New York), Sean Conly, Bass und der sehr energetischen Schlagzeugerin (!) Alison Miller, schafft Harrison eine dichte Stimmung: Die Weite und Melancholie amerikanischer Country-Songs, raue R&B-Gitarren, rauchiger Blues und Boogie-Woogie-Piano-Anleihen geben sich ein sehr überzeugendes Stelldichein! --Anja Buchmann