Jewel : Releases >>

Information provided by Amazon.de

Perfectly Clear  >>

Pieces of You  >>

Jewels Debütalbum, Pieces of You bringt eine besondere Stimme zum Vorschein, die kräftig und zudem fähig ist, sich sowohl auf die leisen Strophen als auch auf die Ohrwurm-Refrains einzustellen. Die Aufnahme enthüllt allerdings auch eine unglückliche Neigung zur Präsentation banaler, abgedroschener Sentimentalitäten, als wären sie orakelhafte Visionen einer jungen Prophetin in einer übersättigten Welt. Größtenteils singt Jewel zur Begleitung ihrer eigenen akustischen Gitarre, aber sie hat viel mehr gemeinsam mit, sagen wir mal, den Indigo Girls oder Lisa Loeb als mit Judy Collins oder Nanci Griffith. Trotz ihres weichen Soprans und der hübschen Melodien, haben die Songs einen Bilderstürmer-Touch, der aus ihr mehr eine akustische Alternativ-Rockerin als eine Folksängerin macht. Mit den schwer zu singenden Versmaßen, unmusikalischen Phrasierungen und tagebuchartigen Verkündigungen verraten die Songs allzu oft, daß sie ursprünglich Gedichte waren. Dennoch zeigen einige Nummern, wie "Morning Song" und "You Were Meant for Me", einen Funken Humor in der Romantik und deuten darauf hin, daß Jewel wohl irgendwann einmal Songs schreiben könnte, die ihre bermerkenswerte Stimme wert sind. --Geoffrey Himes

Goodbye Alice in Wonderland  >>

GOODBYE ALICE IN WONDERLAND

Spirit  >>

SPIRITSPECIAL EDITION

Spirit  >>

Es ist an der Zeit, das Bild, das wir von Jewel gewonnen haben, etwas zurechtzurücken. 1995 versetzte diese junge Frau mit ihrem Debütalbum Pieces Of You die gesamte Musikwelt in Aufruhr. In der Hauptsache bestand das Album jedoch aus Songs, die schon vor Jahren geschrieben wurden, einer Zeit, in der Jewel noch herumhing und in einem Wohnwagen am Strand von San Diego hauste. Heute, mit 25, gilt sie als eine Art Guru der Selbstdarstellung und der Enthüllung. Vielleicht etwas zuviel Enthüllung, wie ihre durchsichtigen Kleider bei Preisverleihungen etc. nahelegen könnten. Auch ein von ihr herausgegebener Gedichtband wurde von der Kritik gnadenlos verrissen.

Spirit macht klar, weshalb ihre gut gemeinten, oft ein wenig oberflächlichen Texte beim Publikum eine solche Resonanz finden, während ihre dichterischen Ergüsse eher dahinkrebsen. Auf Songs wie "Deep Water", "Hands" oder "Down So Long" werden die Worte von den elegant funkelnden Melodiebögen und ihrer hellen Stimme förmlich mit hochgetragen. So wird selbst der größte Zyniker über gewisse Schulmädchenphantasien, etwa "Your Heart Like Grape Gum On The Ground" und sonstige textliche Platitüden, tapfer hinwegsehen.

Auf Pieces Of You stellte Jewel noch die tiefschürfende Frage "Who Will Save Your Soul?". Auf Spirit klingt es, als würde sie das selbst in die Hand nehmen. Wenn man dieses Album nicht zu Tode zu analysiert, sondern einfach auf sich wirken läßt, kann es es wie eine Art Balsam für seelische Wunden wirken. Es bringt das Kind in uns wieder hervor. Und vielleicht hat sie am Ende ja recht und wir sind alle in Ordnung. Wer weiß? --Daniel Durchholz

This Way  >>

Auch auf This Way, ihrem insgesamt fünften Album, bleibt noch etwas von Jewel, das sie immer war: eine unwirkliche, beinah sibyllinische Erscheinung am traditionell geprägten Teil des amerikanischen Singer/Songwriter-Firmaments, unerreichbar und angebetet. Allerdings und wohl nicht zuletzt durch den großen Erfolg, hat sich da eine gewisse Professionalität eingeschlichen, die der Erscheinug Jewel erstmals einen Schatten beigeben, auf dem steht: "Achtung! Image!" Was ihr Idiom wiederum dem Pop etwas näher bringt und etwas zugänglicher, aber auch weniger persönlich macht -- beliebiger also. Sachte pluckern die Rhythmen, Piano tröpfelt, das Fingerpicking auf der Akustischen perlt, die Texte geben sich (ge-)wichtig, die Stimme der Jewel Kilcher bleibt unanfechtbar schön, hat aber deutlich an Profil verloren, bis man sich ausgerechnet an so etwas wie die Cranberries zu denken genötigt sieht. Der ertäglichere Vergleich mit Suzanne Vega geht gelegentlich auch noch durch; sie mit einer einzigartigen Persönlichkeit wie Joni Mitchell zu vergleichen, wird sich bei This Way wohl kaum noch jemand versteigen. --Rolf Jäger

0304  >>

Kann man der Frau ihre Experimentfreude verübeln? Angesichts nachlassender Verkaufszahlen hat Jewel nämlich die Initiative ergriffen: Sie hat sich einen anderen Look verpasst und wagt einen künstlerischen Neuanfang.

Dabei unternimmt die sympathische Sängerin mit 0304 nicht zum ersten Mal einen Vorstoß in vollkommen fremde Gefilde: Der Entschluss, ihre ernsten, folkigen Songs vom Shakira-Produzenten Lester A. Mendez auf Pop trimmen und mit Dance-Beats ausstatten zu lassen, ist nicht so gewagt wie die Idee, in einem Ang-Lee-Film eine Bürgerkriegswitwe zu spielen (Ride With The Devil). Doch es gibt weit Interessanteres, als Jewel auf der Leinwand in engen Miedern promenieren zu sehen; und zwar zu hören, wie ihr geschmeidiger, reiner Sopran in dem futuristischen, aussagekräftigen Stück "Intuition", das den einen oder anderen Prominenten beim Namen nennt, ein Akkordeonsolo umspielt, oder wie sie mit dem groovigen "America" die Bush-Regierung anklagt.

Obwohl sich das Songmaterial und der Sound geändert haben, scheint Jewels unbestreitbares Talent immer durch. Sie weiß immer noch, wie man gute Texte schreibt, und ihre Stimme ist immer noch glasklar wie die Wasserläufe Alaskas. --Jaan Uhelszki