Information provided by Amazon.de
Zum Jahr 2000 veröffentlicht BMG eine Doppel-CD mit Auskoppelungen aus einer Reihe anderer Alben des traditionsreichen englischen Ensembles. Die erste der beiden CDs ist den zahlreichen Pop- und Chanson-Arrangements gewidmet, die die Sänger im Lauf der Jahre eingespielt haben und auf der zweiten findet sich Klassisches aus sechs Jahrhunderten. Die Arrangements der ersten CD aus unterschiedlichsten Bereichen der U-Musik zeichnen sich vor allem durch Abwechslungsreichtum und reizvolle Effekte aus. Sehr gelungen ist etwa Paul Simons "The Boxer" oder "Seaside Rendez-vous" von Freddie Mercury. Geschickt gemacht sind auch die Interpretationen zweier Songs der Beach Boys, "Kokomo" und "The Lord's Prayer". Allerdings bleiben bezüglich des "Tonfalls", den solche Stücke erfordern, einige Wünsche offen.
Um die Pop-Songs mit ihren vokalen Percussion-Effekten ungetrübt genießen zu können, darf man die CDs von Take Six eigentlich nicht kennen, denn der Grad der Perfektion, den die amerikanische Gruppierung (mit anderem Repertoire) in diesem Bereich erzielt, ist ungleich höher. Bei den Engländern rasten Intonation und rhythmische Patterns oft nicht wirklich ein, und die Stimmgebung der einzelnen bleibt fast immer klassisch und vornehm. Der E-Musik-Teil der Doppelbox durchstreift mit seinem vielseitigen Repertoire große Zeiträume. Am Anfang steht "Totul tuus" von Henryk Gorecki, und hier stimmt einfach alles: Ausgewogener Ensembleklang und perfekte Sauberkeit machen das meditative Stück mit seinen stringent fortschreitenden harmonischen Flächen zu einem erstklassigen Hörerlebnis. Ähnlich beglückend auch "Lord, make thy servant Elizabeth, our Queen" von William Byrd. Scharfe Dissonanzen demonstrieren in diesem interessanten Stück eindrucksvoll den Konflikt zwischen vertikaler und horizontaler Satzstruktur.
Sehr gelungen sind die A-cappella-Bearbeitungen zweier "Mélodies" von Gabriel Fauré, ursprünglich für Gesang und Klavier komponiert. Während bei diesen Stücken die originale Klavierbegleitung mühelos in einem eleganten, mit der ursprünglichen Gesangsstimme verschmelzenden Vokalsatz aufgeht, muss selbiges Verfahren bei Franz Schuberts "An Silvia" mit seinen repetierenden Achteln in der ehemaligen rechten Klavierhand eher zu einem kuriosen Ergebnis führen.
Dichtes Legato und gerade Stimmführung machen die hohe Qualität der Interpretationen von Joseph Rheinbergers bekanntem "Abendlied" und dem "Nachtlied" von Max Reger aus. Den Sängern gelingt es, die für großen gemischten Chor komponierten Stücke auch in einfacher Besetzung zum Erblühen zu bringen. Solche auf Ensemble-Disziplin und langer Erfahrung beruhenden Leistungen zeigen die King's Singers von ihrer besten Seite. --Michael Wersin
Nach über 20 Millionen verkauften Tonträgern, zehn Nummer-Eins-Singles, unzähligen Awards und Auszeichnungen und zwei Kindern -- ein drittes ist unterwegs -- hält Country-Pop-Beauty Faith Hill mal für einen Moment inne: There You'll Be heißt die, nach ihrem letzten Welt-Hit benannte Best-Of-Zusammenstellung. Ein rundes Dutzend Songs, das den Werdegang der aus Georgia stammenden Sängerin eindrucksvoll skizziert. Die CD macht aber auch klar, dass sich Faith Hill mittlerweile recht weit von ihren Country-Roots entfernt hat, dass sie heute einer Celine Dion näher steht, als einer Reba McEntyre. So hat sich die Frau von Country-Star Tim McGraw als meisterhafte Interpretin von Breitleinwand-Balladen etabliert ("There You'll Be" aus dem Pearl-Harbor-Soundtrack) und auch im Mainstream-Pop ("This Kiss") gibt sie eine gute Figur ab. Mit "The Way You Love Me", im so genannten "Love To Infinity Remix Edit", macht sie mit Dance-Beats sogar Lisa Stansfield Konkurrenz. Auch wenn sie damit ihre stilistische Bandbreite beweist -- am überzeugendsten ist Faith Hill immer noch, wenn Country die dominierende Klangfarbe ist: "Let Me Let Go", "Piece Of My Heart" oder "You Give Me Love" aus den früheren Alben Take Me As I Am und Faith zeigen ihre rauere, erdigere Seite und sind deshalb auch die klaren Highlights der CD. --Gunther Matejka
Dass Faith Hill die Pop-Elemente in ihrer Musik stärker einsetzen würde, überrascht nicht. Schließlich ist sie eine junge, temperamentvolle Frau, die ohne weiteres in der Lage ist, dieselbe Resonanz beim Publikum zu finden, die auch ihre Country-Kolleginnen Shania Twain, LeAnn Rimes und Deana Carter genießen. An Hills viertem Album überrascht eher die Art und Weise, wie sie ihren Songs sowohl mehr Tiefe als auch einen frischeren, pop-mäßigeren Sound verleiht. Anstatt Rimes gesangsmäßig oder Twain tanzmäßig überbieten zu wollen, arbeitet sie mit den Produzenten Dann Huff und Byron Gallimore zusammen, um einen unverwechselbaren Country-Pop-Stil zu schaffen, der so reif ist wie unterhaltend. Wie ihr Riesen-Crossover-Hit "This Kiss" beweist, wissen sie und ihre Mitstreiter, wie man das Beste aus ihrer begrenzten Stimme und ihrer übersprudelnden Persönlichkeit herausholt. Das Album enthält neben ihrem Superhit eine Menge weiterer Songs, die ihre Talente ausschöpfen. --Michael McCall
Wenn diese Frau nicht produktiv ist: In den letzten Jahren veröffentlichte Faith Hill einige Millionenseller (u. a. ihr Platin-Album Faith), etliche Single-Top-Hits (z. B. "This Kiss"); sie hat Country-Megastar Tim McGraw geheiratet und vor kurzem ihr mittlerweile drittes Kind bekommen. Wow! So nebenbei steuerte sie mit "There You'll Be" noch den Schnulz-Heuler zum Kriegsliebesdrama Pearl Harbor bei.
Mit Cry wird die singende Schönheit ihren Siegeszug fortsetzen. Denn in diesem, von Byron Gallimore, Dann Huff und Marti Frederiksen in Szene gesetzten Werk, steckt so viel kommerzielle Power, Kompetenz und Kalkül, dass eigentlich nichts schief gehen kann. Zumal Faith Hill für so ziemlich jeden Geschmackswunsch einen Song aus dem Ärmel zieht: Aufgekratzer Pop mit Latino-Touch? In "Free" gibt sie eine erwachsene Britney Spears. Gefühlvolle Ballade mit Schnief-Garantie? "If This Is The End" oder "I Think I Will" langen voll zu. Bisschen mehr Rock gefällig? "Back To You" lässt keine Wünsche offen. Oder wie wäre es mit dezenten R&B-Anleihen? Kein Problem für die im Booklet im Wetlook abgelichtete Sängerin, wie "When The Lights Go Down" oder "Unsaveable" eindrucksvoll beweisen.
Aber, werden sich Nashville-Kenner besorgt fragen, was ist mit Country? Immerhin begann die aus Georgia stammende Blondine in Nashville ihre Karriere; ihre ersten Alben waren Modern-Country reinsten Wassers. Doch genau wie Kollegin LeAnn Rimes hat auch Faith Hill längst umgesattelt: Weltweit kompatibler Pop ist ihr Ding. Die einzigen Country-Querverweise finden sich noch in den schmucken Balladen "Beautiful" und "Baby You Belong". Doch selbst da muss man genau hinhören um etwas C-Feeling herauszufiltern. Nichtsdestoweniger gehören diese beiden Tracks zu den stärksten des Albums. --Gunther Matejka
Faith Hill geht aufs Ganze: Praktisch losgelöst von ihren Countrywurzeln präsentiert sie uns mit Breathe ein sehr glattes Mainstream-Pop-Album. Die Taktik scheint aufzugehen. Bereits in Amerika belegte die Single wochenlang Topplätze in den Billboardcharts, und auch bei uns dürfte die hypnotische Kombination aus poppigen Hooklines, erotischer Stimme und Sexappeal ihre Wirkung nicht verfehlen. Shania Twain lässt grüßen.
Dennoch kann auch der eingefleischte Countryfan viel Freude an dem Album haben, denn Titel wie "Let's Make Love", ein Duett mit ihrem Ehemann Tim McGraw, lassen gelegentlich ein Fetzchen Pedal-Steel-Gitarre oder Fiddle erkennen (ganz im Gegensatz zur extra für den internationalen Markt abgemischten Version von Come On Over). Und außerdem haben wir uns doch alle bereits daran gewöhnt, dass die Genre-Grenzen verwischen und gute Countrymusik überall erfolgreich ist.
Nichts für Puristen, aber ein grandioses Album für alle mit offenen Ohren, dass sich neben den Celine Dions dieser Welt nicht zu verstecken braucht. Die Neuedition von Breathe enthält zusätzlich den Hit "This Kiss" sowie "Breathe" und "The way you love me" als Single-Versionen. --Burkhard J. Schlede
Dianne Warren, die schon für andere Soundtrack-Hits des Gespanns Bruckheimer/Bay verantwortlich zeichnete, wurde auch für Pearl Harbor wieder verpflichtet. Die Bombast-Balladen-Schöpferin schnitt diesmal There You'll Be der schönen Faith Hill auf den Leib. Und Amerikas berühmteste Country-Sängerin macht darin eine hervorragende Figur.
Vergleiche mit Celine Dion bleiben selbstverständlich nicht aus: Wie schon Titanic von einer zum Scheitern verurteilten Liebe inmitten einer maritimen Katastrophe erzählt, so bildet das Thema auch hier das Herzstück des Films -- und des Songs. Während jedoch Celine Dion bei der Interpretation von My Heart Will Go On unterkühlt aseptisch bleibt, versprüht Faith Hill (bei allem Pomp und Pathos) doch eine gewisse Herzenswärme, die -- anders als bei der verkopften Dion -- direkt in den Bauch zielt. --Dirk Ruschepaul