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SEVENTH TREE
Mondäner Pop, ein Hauch von TripHop, eine süßlich-melodiöse Melange aus Soundtrackklängen à la Lalo Schifrin, John Barry oder E. Morricone: Das Goldfrapp-Debüt Felt Mountain war und ist ein warmer Sonnenschein im kalten Winter und kurz nach Veröffentlichung schon ein Klassiker. Dazu brauchte es keinen Hype. Der Film-Komponist, Arrangeur und Keyboarder Will Gregory aus Bath hatte mit Alison Goldfrapp die Stimme gefunden, die seiner Musik Flügel verlieh. Es kam zu einem Synergieeffekt auf höchster Qualitätsebene. Daraus folgte Black Cherry.
Schon das Cover macht deutlich: Vieles ist anders! Auf Felt Mountain schauten die Sängerin und ihr Spiegelbild entrückt ins Nichts, andere Fotos zeigen ästhetische Landschaftsbilder. Black Cherry ist das Gegenteil. Verführerisch wie eine verbotene Frucht liegt Alison auf einem Bett. Auf dem Cover ist sie im 80er-Jahre-Look und tiefem Ausschnitt Teil einer Collage. Passend dazu sprühen die Texte vor Erotik, doch die Musik wird eine Diskussion auslösen und die Fanschar spalten. So spalten, wie Black Cherry in zwei Richtungen geht und dabei zerrissen wirkt. Das Album besteht aus leckerem Fruchtfleisch und steinigem Kern. Hier sind die sinnlichen, betörenden Lieder von kristallklarer Schönheit und schwebenden Tönen, da die maschinenhaften Elektro-Beats, digitalen Klänge, Synthiesounds und Störgeräusche. Was nun Frucht und Stein sind, mag jeder für sich selbst entscheiden. --Sven Niechziol
FELT MOUNTAIN
Mit dem Songtitel Satin Chic lässt sich Supernature, das neue Album von Alison Goldfrapp und Will Gregory, trefflich umschreiben. Mit ihrem dritten Longplayer hat das britische Duo endgültig seine Unschuld verloren - und das nicht nur optisch. Die Disco-Glamrock-Superstar-Kugel rollt bei fast allen der elf Stücken in Richtung überdrehter Spekulation. Sexy muss es sein, oberflächlich auch, billiger Trash zur schicken Masche hochstilisiert, und bei den Elektro-Samples wird geklaut wie bei den Raben. Das geht schon mit der Single Ooh la la los, die fast Eins-zu-Eins aus der Feder des 70-er Glamrockers Marc Bolan stammt, wie übrigen auch jenes programmatische Satin Chic. Koko könnte glatt von einem alten Album des Technopoppers Gary Numan sein, selbst die vielschichtig verspielten Streicher-Kaskaden, die Time Out From The World in den Orbit katapultieren, erinnern verdächtig an weichgespülte Kraftwerk-Motive.
Die gute Nachricht, das klingt alles sehr witzig stilisiert, mit einer Prise Ironie - und ist nur die halbe Packung. Denn der hypnotische Dance-Song Lovely 2 C U zieht einen ebenso in Bann wie der Sirenengesang auf You Never Know oder der verspielte Popsong Fly Me Away. Der Flirt mit den 70-er-Electronics ist zwar sehr forciert und dominant, aber die ebenso elfenhafte wie manchmal auch verruchte Stimme von Alison Goldfrapp erzeugt immer wieder Gänsehaut. -- Ingeborg Schober
Mondäner Pop, ein Hauch von TripHop, eine süßlich-melodiöse Melange aus Soundtrackklängen à la Lalo Schifrin, John Barry oder E. Morricone: Das Goldfrapp-Debüt Felt Mountain war und ist ein warmer Sonnenschein im kalten Winter und kurz nach Veröffentlichung schon ein Klassiker. Dazu brauchte es keinen Hype. Der Film-Komponist, Arrangeur und Keyboarder Will Gregory aus Bath hatte mit Alison Goldfrapp die Stimme gefunden, die seiner Musik Flügel verlieh. Es kam zu einem Synergieeffekt auf höchster Qualitätsebene. Daraus folgte Black Cherry.
Schon das Cover macht deutlich: Vieles ist anders! Auf Felt Mountain schauten die Sängerin und ihr Spiegelbild entrückt ins Nichts, andere Fotos zeigen ästhetische Landschaftsbilder. Black Cherry ist das Gegenteil. Verführerisch wie eine verbotene Frucht liegt Alison auf einem Bett. Auf dem Cover ist sie im 80er-Jahre-Look und tiefem Ausschnitt Teil einer Collage. Passend dazu sprühen die Texte vor Erotik, doch die Musik wird eine Diskussion auslösen und die Fanschar spalten. So spalten, wie Black Cherry in zwei Richtungen geht und dabei zerrissen wirkt. Das Album besteht aus leckerem Fruchtfleisch und steinigem Kern. Hier sind die sinnlichen, betörenden Lieder von kristallklarer Schönheit und schwebenden Tönen, da die maschinenhaften Elektro-Beats, digitalen Klänge, Synthiesounds und Störgeräusche. Was nun Frucht und Stein sind, mag jeder für sich selbst entscheiden. --Sven Niechziol