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SIX
IN GUTEN WIE IN SCHWEREN TAGEN
Die Happy hätten sich auf ihren Chart-Erfolgen ausruhen und weiterhin perfekt arrangierten Mainstream-Rock abliefern können. Doch die Band pfeift auf das Absichern der Rente und klingt auf dem passend betitelten No Nuts No Glory härter, natürlicher und rauer als je zuvor.
Ursprünglich hatte man in einem angemieteten Haus in Mecklenburg-Vorpommern eine Albumladung Poprock-Songs komponiert, doch gegen Ende der Sessions stellte sich heraus, dass alle vier Musiker die Nase voll von kalkulierbaren High-Tech-Produkten hatten. Sämtliche bis dato geschriebenen Lieder wurden verworfen, und man traf sich im Proberaum in Berlin, um bei spontanen Jam-Sessions rohere, ehrlichere Songs zu entwickeln. Das Ergebnis ist das zehn Tracks starke, live eingespielte Album No Nuts No Glory, das völlig auf Keyboards und Computer-Spielereien verzichtet und Die Happy ohne Netz und doppelten Boden präsentiert. Die rauen, bodenständigen Rock-Vibes wirken durchweg authentisch, Marta und ihre Jungs erweisen sich als gut harmonierende Rock´n´Roller, und die Gesangsmelodien besitzen ein größeres Hitpotenzial als auf den letzten Die-Happy-CDs. Experiment gelungen, Patient ist vitaler denn je!
-- Michael Rensen
FOUR AND MORE-UNPLUGGED
Weil ihnen die Produktion des Vorgängeralbums The Weight Of The Circumstances zu kompliziert und bombastisch war, gehen Die Happy auf Bitter To Better ganz bewusst bodenständiger zur Sache.
Permanent bratende Gitarren und aufgeblasene Sounds sucht man auf der von Udo Rinklin produzierten Scheibe nahezu vergeblich, stattdessen dominieren abwechslungsreiche Dynamics, differenziertere Instrumentierungen und eine lebendigere Grundatmosphäre. Songs wie das von Diane Warren (Aerosmith, Bon Jovi) komponierte "I Am" präsentieren Die Happy von ihrer bislang massentauglichsten, radiofreundlichsten Seite, darüber hinaus enthält die CD aber auch diverse härtere und räudigere Nummern, die insbesondere Fans der ersten Platten zusagen dürften. Die Hit-Quote ist zwar nicht mehr ganz so hoch wie in der Vergangenheit, diesen leichten Makel kann die Band jedoch durch groovigere Song-Gerüste und Marta Jandovas besser zur Geltung kommende, schön raue Stimme recht passabel ausgleichen. -- Michael Rensen
Die Happy unterstreichen auf ihrem zweiten Album Beautiful Morning mit Nachdruck, dass sie weder eine Guano-Apes-Kopie noch eine substanzlose Eintagsfliege sind. Die Erwartungshaltung war groß, nachdem sich die Süddeutschen mit ihrem Debüt Supersonic Speed aus dem Nichts an die Spitze der europäischen Groove-Rock-Liga katapultiert hatten. Doch der Haufen beweist Nervenstärke und glänzt auch auf Beautiful Morning wieder mit guten Melodien, kraftvollen Riffs und nach vorne peitschenden Riffs.
Das Spontane, Frische des Erstlingswerks konnte man sich bewahren und mit der durch zahllose Liveshows gewonnenen Routine noch effektiver in Szene setzen. Songs wie "Paralyzed", "Sleeping Time" und ganz besonders das famos ins Ohr gehende "Not That Kind Of Girl" können es durchaus mit dem letzten Guano-Apes-Album aufnehmen, wobei Die Happy aber stets ihren ganz eigenen Film fahren und nicht mit bereits vorgekauten Fremdideen arbeiten. Sängerin Marta Jandovar brilliert einmal mehr mit einfühlsamen, kraftvollen Vocals und führt ihre Band durch ein Volldampfprogramm, das sich hören lassen kann. --Michael Rensen
SUPERSONIC SPEED
Die Happy zeigen mit ihrem dritten Album The Weight Of The Circumstances sowohl Beständigkeit als auch Entwicklung. Marta Jandovas Stimme tönt reifer denn je, die Balladen nehmen zu, ohne dass das in Ulm angesiedelte Quartett vergisst, ab und an gehörig abzurocken. Zwischen Geigenklang und klassischem Alternative-Rock schüttelt die Kombo eine veritable Nummer nach der anderen aus dem Ärmel, welcher allerdings bis auf Martas Texte von schwedischen Berufskomponisten zuvor reichlich mitbefüllt wurde.
In Los Angeles, produziert vom renommierten Matrix-Trio, hat sich die Mühe letztlich gelohnt. The Weight Of The Circumstances spricht Massen an und muss sich vor dem internationalen Vergleich keineswegs scheuen. Das ruhige Drama beherrscht die in Prag Geborene Sängerin ebenso gut, wie die druckvolle Rocknummer. Gewöhnliche Kost zwar, doch gut in der Umsetzung. Die Happy wachsen auf allen Ebenen, dies ist vor allem dem bemerkenswerten Organ der Jandova anzuhören. --Felix von Vietsch
BACK TOGETHER
MUSICMAN HITS