Information provided by Amazon.de
Beth Orton ist eine Ausnahmesängerin, die zwischen unvereinbaren Welten lebt; sie ist eine Sängerin mit Folkseele, die sich in der Begleitung einer akustischen Gitarre ebenso wohlfühlt wie mit elektronischen Rhythmen. Die meisten Leute haben sie auch tatsächlich zum ersten Mal auf William Orbits Hinterland-Album und auf Exit Planet Dust von den Chemical Brothers gehört. Ihr etwas schräger Gesangsstil verleiht ihr einen Hauch von Naivität, aber ihre Texte haben einen weltverdrossenen Tiefgang, bei dem die neueste Riege abgebrühter Lolitas nicht mithalten kann. Jeder Song enthält genau beobachtete Details, die zunächst nur ein kleines Plätschern erzeugen, zum Ende des Albums hin jedoch zu ordentlichen Gefühlswellen werden. Dieses äußerst vielversprechende Debüt ist sicherlich der Vorbote großer Dinge, die von Orton noch kommen werden, mit oder ohne die Hilfe einer Lilith Fair oder irgendwas, das über die Integrität ihrer Songs und den weisen Klang ihrer Stimme hinausgeht. --Alan Rapp
Ist Beth Orton ein Folk Beck ? Oder ist Beck ein Orton mit Beat ? Da beide in immer wieder neuen Genres grasen wie Ziegen, die überall da fressen, wo ihnen etwas gefällt, ist das Ziehen von Parallelen verführerisch... vielleicht aber auch sinnlos. Schließlich wurden beide Künstler 1970 geboren und tauchten in einer Zeit auf, in der das Einsortieren in Kategorien ein vergebliches Unterfangen wurde.
Das dritte Album der englischen Drossel Beth Orton -- wie ihr von der Kritik gelobtes Debüt und die EP "Best Bit" -- drängt einen dazu, einen Blick auf die anschwellende Flut von Einflüssen zu werfen. Da sie mit der vollen, angenehmen Stimme einer wahren Popsängerin gesegnet ist, fällt es leicht, sich vorzustellen, wie sie auf einer zeitlosen Radio Spielliste mit Dusty Springfield auftaucht (Hören Sie sich nur einmal das elegante, streicherbeladene "Sweetest Decline" an). Ortons Musik bezieht sich aber auch auf die 90er Trip-Hop Elemente, ebenso wie auf den Jazz-Folk von Tim Buckley und dem Veteranen Terry Callier (der seine Miniatur "Best Bit" wieder aufgreift). Aus der Instrumentierung, dem gradlinigen Baßspiel, Vibraphon und Ortons eigenem resoluten Spiel auf der Gitarre ergeben die sich lang hinziehenden Tracks wie bei "So Much More" und "Pass in Time", das ein Gefühl wie "Astral Weeks" erzeugt. Alle diese Markenzeichen und nicht weniger als sechs Produzenten könnten den Eindruck erwecken, als sei Central Reservation so eine Art Mischmasch. Tatsächlich aber wird durch Ortons alles überragende Vision der Zusammenhalt geschaffen. --Steven Stolder